Die grosse Trockenheit macht die Arbeit auf den Feldern riskant. Bereits warme Maschinenteile können grosse Brände verursachen, wie etwa am Samstag in Worben.
Das Feuer hat sich rasend schnell ausgebreitet auf dem Feld von Landwirt Simon Nyffenegger in Worben. Ausgebrochen ist der Brand am Samstagabend nicht wegen einer Unachtsamkeit, sondern beim Pressen von Heuballen. Ein externer Lohnunternehmer sei mit der Ballenpresse auf dem Feld unterwegs gewesen, als der Brand ausbrach. «Das Feuer griff enorm schnell auf das Heu über, das nach dem Dreschen auf dem Feld lag», sagt Nyffenegger. Bei der grossen Trockenheit habe wohl ein heisses Lager oder Ähnliches in der Maschine ausgereicht, um den Brand zu entfachen.
Der Arbeiter vor Ort habe alles versucht, um zu löschen, war aber chancenlos. Trotzdem gelang es ihm noch, mit der Presse auf ein Feld zu fahren, auf welchem kein Stroh lag, den Traktor abzuhängen und diesen so zu retten. Die Feuerwehr Lyss eilte schliesslich zu Hilfe und begann mit den Löscharbeiten. Der Einsatz dauerte rund drei Stunden. Zwei Drittel des Strohs auf dem Feld seien verbrannt. Sogar bereits gepresste Rundballen fingen Feuer. «Die Netze sind verbrannt und die Ballen aufgeplatzt. Innerhalb einer knappen Minute brannten auch sie.»
Warmgelaufene Fahrzeuge oder ein Zigarettenstummel reichen aus
Der Brand in Worben war nicht der einzige dieser Art am Samstagnachmittag. In Lyssach brach ebenfalls beim Ballenpressen ein Feuer auf einem Feld aus. Aber nicht nur Landwirte müssen nun besondere Vorsicht walten lassen, sondern alle. «Im Moment braucht es fast nichts, um einen Brand zu verursachen. Da reicht bereits ein Zigarettenstummel oder weniger», sagt Nyffenegger. Auch mit warmgelaufenen Fahrzeugen am Feldwegrand zu parken oder auf einer trockenen Grasfläche zu wenden, kann zu brenzligen Situationen führen.
Der Kanton Bern hat auf die Trockenheit reagiert und in den Verwaltungskreisen Berner Jura, Biel, Seeland und Oberaargau ein Feuerverbot im und am Wald erlassen. Im Seeland gilt momentan die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe, und ein Wetterumschwung ist derzeit nicht zu erwarten.

Maschinen überprüfen und Löschmittel bereithalten
Sei ein Brand erst ausgebrochen, gerate er bei der anhaltenden Trockenheit und dem windigen Wetter der letzten Tage schnell ausser Kontrolle, sagt Peter Frick, kantonaler Feuerwehrinspektor der kantonalen Gebäudeversicherung gegenüber Tele Bärn. Den Landwirtinnen und Landwirten, die trotz Hitze weiterarbeiten müssen, empfiehlt er, die Maschinen regelmässig auf Verschmutzung oder technische Mängel zu überprüfen, damit keine übermässige Hitze entsteht. «Zusätzlich sollten Feuerlöscher oder etwa Wasserfässer auf den Maschinen mitgeführt werden oder vor Ort sein.»
Ein Feuerlöscher war zwar auch in Worben zur Hand, hat aber nicht gereicht, um das Feuer gleich zu Beginn zu löschen. Beim anschliessenden Brand wurde niemand verletzt. «Wir haben einen Sachschaden auf dem Feld, und die Presse ist ausgebrannt, ansonsten ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen, da hatten wir Glück im Unglück», sagt Nyffenegger. Wie hoch der finanzielle Schaden ist und wer diesen übernimmt, ist derzeit noch unklar.

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